Author: Robin Kusch

24.09.2017 Gemeinderatssitzung Öffentlich

Es stand der Vertrag für eine mögliche Eingemeindung nach Stadtroda sowie die Eingemeindung selbst zur Beratung und zum Beschluss. Gast war der Herr Jünemann vom Stadtrat Stadtroda. Aus dem Amt Stadtroda nahm Frau Vetter am Tisch des Gemeinderates Platz. Eine Grundlage für die Beratung war die Bürgerbefragung, welche parallel zur Bundestagswahl durchgeführt wurde. Hier stimmten 197 Bürger für, und 118 Bürger gegen die Eingemeindung nach Stadtroda. Unabhängig des Ergebinisses der Bürgerbefragung gab es eine heisse Diskussion, welche ca. 90min dauerte. Es wurde diskutiert, ob dieser Schritt überhaupt nötig wäre, dass wir einen Teil unserer Identität verlieren. Der Zwang der Gebietsreform existiert immerhin im Augenblick nicht, und der Satz „die Gemeinde Quirla wird aufgelöst“ jagt jedem Quirl´schen Schauer über den Rücken. Auf der anderen Seite stand die Feststellung, dass durch die mangelnde Finanzausstattung ein gemeinsamer Haushalt bessere Möglichkeiten bietet, dass es Einsparpotentiale für alle Seiten gibt gibt und dass Quirla nicht von der Landkarte verschwindet, sondern Ortsteil Quirla von Stadtroda bleiben würde.
Zum Schluss kam es zur Abstimmung. Von den 8 anwesenden Gemeinderatsmitgliedern stimmten 2 dagegen und 6 dafür.

PS.
Mit diesem Beschluss sind wir natürlich nicht eingemeindet. Zuallererst musste der Stadtrat von Stadtroda dem Vertrag und der Eingemeindung zustimmen. Die Stadtratssitzung in SRO fand am 26.09.2017 statt. Die Gemeinderäte von Quirla waren als Gäste eingeladen. Der Stadtrat stimmte einstimmig für die Annahme des Vertrages sowie die Eingemeindung.

Nun wird der Vertrag der Kommunalaufsicht zur Prüfung vorgelegt, ob hier auch alles den Normen der Thüringer Kommunalgesetze entspricht. Spätestens an dieser Stelle sind die Hürden hoch, da im Vertrag Übergangsregeln beschlossen wurden, welche so natürlich in keinem Gesetz stehen.

Text aus der OTZ vom 28.09.2017

Quirla. Die Gemeinderäte von Quirla haben am Dienstag der Eingemeindung ihres Dorfs nach Stadtroda zugestimmt. Die Entscheidung kam mehrheitlich zustande. Vorausgegangen war eine Bürgerbefragung am Wahlsonntag mit deutlichem Ergebnis: 197 Einwohner stimmten für Stadtroda, 118 dagegen.

Als historisch und von großer Tragweite bezeichnete Quirlas Bürgermeister Robin Kusch die beiden Beschlüsse. Zunächst mussten die Ratsmitglieder über den Vertragsentwurf zur Eingliederung nach Stadtroda befinden. Sechs Gemeinderäte stimmten zu, zwei sagten „nein“. Die einfache Mehrheit reichte.

Danach hatte der Gemeinderat über die Auflösung der Gemeinde Quirla und die Eingliederung in die Stadt Stadtroda zu befinden – mit dem gleichen Ergebnis: Sechs stimmten der Vorlage zu, zwei nicht. Mit diesem Votum kann der Stadtrodaer Stadtrat heute Abend in einer Sitzung entscheiden, ob Quirla künftig ein Ortsteil von Stadtroda werden soll.

Der Abstimmung in Quirla ging eine 70-minütige Diskussion voraus. Für Sindy Burgold-Voigt ist die Entscheidung ein schwarzer Tag. Sie verstand die Eile nicht. Es sei eine andere Situation im Vergleich zu der Zeit vor einem Jahr. Damals war der Termindruck durch den engen Zeitplan der rot-rot-grünen Landesregierung sehr groß. Das Vorschaltgesetz zur Gebietsreform sei im Moment nicht wirksam „Die Finanzlange von Stadtroda ist ähnlich wie unsere. Stadtroda braucht doch auch die Kohle. Warum gehen wir nicht für zwei Jahre ins Haushaltssicherungskonzept und schauen dann weiter“, sagte Voigt.

Ihr Tischnachbar Martin Herold hatte ein Problem mit der neuen Tagesordnung, die die Beschlüsse in eine neue Reihenfolge brachte. Später sagte er auch, dass ihm die Rahmenbedingungen für die Eingemeindung fehlten.

Ann-Katrin Vetter als Vertreterin der Stadtrodaer Stadtverwaltung erinnerte an die Entwicklung, die die beiden Ortsteile Hainbücht und Gernewitz eingeschlagen haben nach der Eingemeindung zu Stadtroda.

Klaus Jünemann, erster Beigeordneter der Stadt Stadtroda, versuchte, seinen Vorrednern die Ängste zu nehmen. „Das ist schon eine berechtigte Sorge. In Hainbücht und Gernewitz gab es damals auch Bedenken. Ich sehe schon Einsparpotenziale in der Verwaltung. Ich denke, uns vereint schon jetzt mehr, als wir uns vorstellen können“, sagte Jünemann.

Bei Gemeinderat Daniel Wittig schlugen zwei Herzen in der Brust. „Emotional hatte ich mal zu meiner früheren Lehrerin Frau Bock gesagt, ihr kriegt uns nicht. Rational sehe ich auch Einsparpotenzial.“ Wittig verwies auf das Abstimmungsergebnis der Bürgerbefragung. „Wir sollten als Gemeinderat das Interesse der Bürger durchsetzen. Hier haben zwei Drittel für Stadtroda gestimmt, ein Drittel haben nein gesagt.

Sindy Burgold-Voigt reagierte: „Und was ist mit den 33 Prozent? Die müssen wir doch auch vertreten.“

Klaus Jünemann verglich die Eingemeindung mit einer Ehe. „Ein Eheversprechen setzt auch immer ein Stück weit Vertrauen voraus. Ich werde nicht den Fehler machen, Ihnen irgendetwas zuzusagen. Das wäre unseriös. Ich kann aber sagen, dass die Strukturen im Ort alle erhalten bleiben.“

Hartmut Liebold, 2. Beigeordneter von Quirla, erinnerte an die Anfänge der Diskussion zur Eingemeindung. „Damals stand ja alles unter dem Zeichen der Gebietsreform mit dem Vorschaltgesetz. Das ist erst einmal nicht mehr aktuell. Ich vertraue darauf, dass man uns bei der Abarbeitung unserer Wunschliste auf Augenhöhe begegnet.“

Manuela Näther-Srock kam auf die Gebietsreform zurück: „Selbst wenn das Vorschaltgesetz im Moment nichtig ist, die Gebietsreform wird kommen. Ich finde, dass wir den richtigen Zeitpunkt gewählt haben für einen Beitritt zu Stadtroda.“

Quirlas Bürgermeister Robin Kusch machte deutlich, dass es sich bei den Beschlüssen, die zur Abstimmung vorliegen, um eine freiwillige Sache handelt. „Wir haben in den letzten Monaten einige Projekte auf den Weg gebracht mit dem Kindergarten, der Landstraße und dem Radweg. Ich kann nur für mich sprechen: Die Aufgaben in der Verwaltung eines Dorfs wie Quirla sind so vielfältig. Wir könnten unsere Zeit vernünftiger einsetzen.“ Für eine Gemeinde in Eigenständigkeit werde es künftig noch schwerer werden, die Aufgaben ehrenamtlich zu erfüllen.

Vetter erinnerte an die Gesetzeslage: „Irgendwann wird es nur noch Eingemeindungen per Gesetz geben. Da wird dann niemand mehr gefragt. Dann ist das so und fertig. Wir wollen als erfüllende Gemeinde mit unseren Partnern auf Augenhöhe verhandeln.“

Keine Nachteile sah Gemeinderat Ulrich Hilbig. „Ein Zusammengehen mit Stadtroda bringt Synergieeffekte. Ich sehe keinen Nachteil. Stadtroda möchte uns gern haben. An uns liegt es, der Stadt einen knallharten Vertrag zu unterbreiten“

Für Dieter Beyer, 1. Beigeordneter von Quirla, wäre die Eingemeindung nach Stadtroda vor eineinhalb Jahren nicht vorstellbar gewesen. „Jetzt können wir Quirlaer noch was erreichen, wenn wir der Eingemeindung zustimmen. Ob das in ein oder zwei Jahren möglich ist, wenn es dann von oben festgelegt wird, möchte ich bezweifeln.“
Jens Henning / 28.09.17

05.09.2017 Gemeinderatssitzung geschlossen

Geschlossen war unsere Sitzung, weil es um die Vergabe der ausgeschriebenen Bauleistungen am Kindergarten ging. So etwas geht nicht in einer öffentlichen Sitzung. Die Ausschreibung war natürlich öffentlich. Nach den bestätigten Angeboten (allesamt die billigsten) liegen wir jetzt ca. 10.000€ über den geplanten Baukosten. Im Weiteren wurde über den Verkauf eines Grundstückes der Gemeinde, sowie über die Problematik des Regenrückhaltebeckens an der GULF – Tankstelle beraten.

22.08.2017 Gemeinderatssitzung

Unsere Sitzung wird zuerst einen nichtöffentlichen Teil haben. Hier muss der Gemeinderat über die Vergabe von Bauleistungen in Quirla an verschiedene Unternehmen entscheiden. Aus diesem Grund wird die Sitzung eher beginnen und die Bürgermeistersprechstunde ist auf den 24.08.2017 verlegt.

Im öffentlichen Teil geht es um die Gebührensatzung unserer Feuerwehr. Hier geht es um nichts Neues. Nur die Beschlüsse müssen laut Rechtsaufsichtsbehörde ein wenig anders aussehen. Weiterhin haben wir Mehrausgaben durch KITA Kinder, welche aus unterschiedlichen Gründen in Einrichtungen ausserhalb von Quirla betreut werden. Diese Mehrausgaben müssen (trotzdem sie nicht vermeidbar sind) beschlossen werden. Ein weiterer Punkt wird die Besprechung des Jahresprüfungsberichtes 2014 und 2015 sein. Hier gibt es einige Stellen, zu welchen die Rechnungsprüfung eine solide Auskunft haben möchte. Auch haben wir den Vertrag für eine eventuelle Eingemeindung nach Stadtroda rechtlich prüfen lassen. Darüber möchten wir uns unterhalten. Nicht zuletzt geht es um die Zukunft des Fördervereines, unseres Dorfgemeinschaftshauses und des Sportplatzes und damit auch um die Existenzgrundlage unserer Vereine. Hier wollen wir uns über rechtlich sichere Lösungen austauschen.

 

 

30.05.2017 Gemeinderatssitzung

wichtiger Teil war die Auswertung der Bürgerbefragung zur Aufnahme der Gespräche mit Stadtroda bezüglich einer eventuellen Eingemeindung. Hier wurde im Vorfeld in jedem Haushalt ein Stimmzettel zugestellt. Von den abgegebenen Stimmen waren 72% dafür, dass Gespräche mit Stadtroda aufgenommen werden. Die Mehrheit des Gemeinderates war auch dafür. (eine Gegenstimme)

Der vorfristige Baubeginn für die Erweiterung des Kindergartens wurde vom Flurneuordnungsamt genehmigt. Wenn mit Ausschreibung etc. alles gut läuft, dann wird im September und Oktober gebaut. Ein Restrisiko bleibt: Für die Fördermittel haben wir noch keine Zusage. Trotzdem war die Mehrheit des Gemeinderates dafür, die Baumaßnahme zu beginnen. Die Kinder werden in diesem Zeitraum im Waldschlösschen auf Abenteuerjagt gehen können.

Nach dem kurzfristigen Auftauchen von winzigen Mitbewohnern im Kindergarten mussten alle Eltern nebst der Untersuchung Ihrer Kinder auch sämtliches Bettzeug etc. mitnehmen. Dankeschön, dass das alles so super und ohne Murren geklappt hat. Die Gemeinde hat das zum Anlass genommen, gleich einen Satz von 40 Decken und Kissen neu zu kaufen.

Die Faschingsgesellschaft baut im Obergeschoss des Sanitärtraktes vom Dorfgemeinschaftshaus um. Hier sollen Umkleidemöglichkeiten, Toilette und Aufenthaltsräume entstehen. Um diese Investition abzusichern wurde zw. Gemeinde und Faschingsverein ein Nutzungsvertrag für vorerst 5 Jahre unterzeichnet. Ziel ist die Verbesserung der Bedingungen für alle fleißigen Mitwirkenden.

Die Gebührensatzung der FFW Quirla wurde mehrheitlich aufgehoben. Grund ist hier die Veränderung der Technik und damit verbundene Schwierigkeiten bei der Abrechnung der Einsätze. In einer der nächsten Sitzungen werden die Gebührensätze neu beraten und festgelegt.

18.04.2017 Gemeinderatssitzung

Heute wurden die Beschlüsse zum 1. Haushaltsplan und Finanzplan aufgehoben und ein neuer Haushaltsplan beschlossen. Hauptursache der nötigen Aufhebung war die geplante Kreditaufnahme, hauptsächlich für die Erweiterung des Kindergartens, jedoch auch zur Sicherung der künftigen Vorhaben in den Jahren 2018 bis 2020. Der Kreditaufnahme wurde nicht stattgegeben, da die langfristige Leistungsfähigkeit der Gemeinde in Frage gestellt wurde. Die in Aussicht gestellte kleinere Kreditsumme würde unsere langfristigen Vorhaben gefährden, da dafür zuerst die gesamte Rücklage aufgebraucht werden müsste. Nunmehr beruht unser Haushalt auf der Genehmigung der Mittel für die Dorferneuerung. Das ist jedoch nicht alles. Innerhalb der nächsten Tage, um genau zu sein bis zum 26. April müssen alle erforderlichen Unterlagen beim Flurneuordnungsamt in Gera sein. Das stellt alle Beteiligten, die Untere Baubehörde, ZWA, Ingenieurbüro für Brandschutz, Planer und auch die Kommunalaufsicht vor einen ziemlichen Zeitdruck.
Weiterer Tagesordnungspunkt war die Frage der möglichen Eingemeindung nach Stadtroda. Hier wurde das Für- und Wieder diskutiert. Am Ende wurde festgelegt, noch einmal eine Bürgeranhörung in Form einer schriftlichen Befragung und nachfolgend eine Einwohnerversammlung abzuhalten.

18.04.2017 Gemeinderatssitzung

Heute wurden die Beschlüsse zum 1. Haushaltsplan und Finanzplan aufgehoben und ein neuer Haushaltsplan beschlossen. Hauptursache der nötigen Aufhebung war die geplante Kreditaufnahme, hauptsächlich für die Erweiterung des Kindergartens, jedoch auch zur Sicherung der künftigen Vorhaben in den Jahren 2018 bis 2020. Der Kreditaufnahme wurde nicht stattgegeben, da die langfristige Leistungsfähigkeit der Gemeinde in Frage gestellt wurde. Die in Aussicht gestellte kleinere Kreditsumme würde unsere langfristigen Vorhaben gefährden, da dafür zuerst die gesamte Rücklage aufgebraucht werden müsste. Nunmehr beruht unser Haushalt auf der Genehmigung der Mittel für die Dorferneuerung. Das ist jedoch nicht alles. Innerhalb der nächsten Tage, um genau zu sein bis zum 26. April müssen alle erforderlichen Unterlagen beim Flurneuordnungsamt in Gera sein. Das stellt alle Beteiligten, die Untere Baubehörde, ZWA, Ingenieurbüro für Brandschutz, Planer und auch die Kommunalaufsicht vor einen ziemlichen Zeitdruck.
Weiterer Tagesordnungspunkt war die Frage der möglichen Eingemeindung nach Stadtroda. Hier wurde das Für- und Wieder diskutiert. Am Ende wurde festgelegt, noch einmal eine Bürgeranhörung in Form einer schriftlichen Befragung und nachfolgend eine Einwohnerversammlung abzuhalten.

12.03.2017 Aktuelles

Sehr geehrte Bürger,

Hiermit möchte ich Sie darüber informieren, dass unsere Gespräche mit ZWA und unterer Wasserbehörde insofern erfolgreich waren, dass der Fertigstellungstermin für die vollbiologischen Kleinkläranlagen für Quirla vorerst bis Ende 2018 verschoben wird. Nach schriftlichem Bescheid der unteren Wasserbehörde an die ZWA wird von dieser eine offizielle Information an jeden Anschlusspflichtigen versendet werden. Jene Bürger, welche als Direkteinleiter den Bescheid von der unteren Wasserbehörde bekommen haben, müssten bitte den Antrag zur Verschiebung des Termins bis Ende 2018 in den nächsten Tagen direkt an die untere Wasserbehörde stellen.

Grund der Verschiebung ist die Ermöglichung einer nochmaligen umfassenden Untersuchung der Optionen, Quirla bzw. einen Teil von Quirla an eine öffentliche Abwasserversorgung anzuschließen. Für Dorna gibt es diese Möglichkeit leider nicht. Danke für die Beharrlichkeit von unseren engagierten Bürgern welche mitgeholfen haben, dieses Thema wieder mit auf die Tagesordnung zubringen.

In Bezug auf Investitionen und andere geplante Maßnahmen können wir im Augenblick nicht sehr viel unternehmen, da unser Haushalt für das Jahr 2017 von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt wurde. Auch die unumgänglichen Umbaumaßnahmen im Kindergarten müssen aus diesem Grunde noch warten. Hier werden wir in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, Klarheit zu schaffen. Grund für die Ablehnung des Haushaltes ist die strikte Umsetzung von diversen Richtlinien, welche in dieser Form und Auslegung weder mir, noch der erfüllenden Gemeinde Stadtroda bewusst waren bzw. vom Innenministerium mit Schreiben vom 14. Februar 2017 an die Prüfungsorgane verschärft wurden.

Die im Stadtrodaer Anzeiger angekündigte öffentliche Gemeinderatssitzung am 14.03.2017 muss verschoben werden. Für die zu beratenden Sachverhalte fehlen bis zu diesem Termin noch die erforderlichen Grundlagen. Für Fragen zu aktuellen Themen stehe ich zu den Sprechzeiten oder auch telefonische zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bürgermeister

01.02.2017 Anhörung der Gemeinden zur Erhöhung der Kreisumlage

Im Januar wurde vom Kreis eine Anhörung der Gemeinden zur geplanten Erhöhung der Kreisumlage durchgeführt. An dieser Stelle die Stellungnahme des Bürgermeisters:

Sehr geehrter Herr Landrat,

In unseren durchschnittlichen Hebesätzen für Grundsteuer und Gewerbesteuer liegen wir im Saale-Holzland-Kreis weit vorn. In unseren Ausgaben für Aufwandsentschädigungen liegen wir weit hinten. Wir haben weder exorbitante, freiwillige Ausgaben noch hohe Tilgungen zu leisten. Unsere Verschuldung wird trotz unserer geplanten Investitionen in 2017 weit unter dem Durchschnitt im Landkreis liegen. Unsere Kindergartengebühr ist mit 180,00€ zzgl. Essengeld eher hoch bemessen. Trotzdem würde es im Falle der Erhöhung der Kreisumlage schwierig werden, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen.

Ursachen:
Nehmen wir in Quirla die Summen der Ausgaben und Einnahmen aus Steuern, Umlagen, Löhnen, Gehältern und Kindergarten in den Jahren ab 2009 zur Hand, ist folgendes festzustellen: Ohne Hinzurechnung der Erhöhung von Kreis- und Schulumlage sowie der zusätzlichen Ausgaben für die jährliche Rechnungsprüfung bleibt der Wert für die Erledigung der Verwaltungsaufgaben unter dem Strich von 2009 bis 2017 konstant. Jegliche Mehraufwendungen in unserer Gemeinde für Löhne, Gehälter und Kindergarten wurden also durch die Anpassung in den Hebesätzen sowie Landeszuweisungen mehr oder weniger ausgeglichen. Das im Jahr 2017 entstehende Defizit im Vergleich zum Jahr 2009 in Höhe von 55.000,00€ und damit mehr als 10% unseres Verwaltungshaushaltes resultiert zu 85% aus der Erhöhung von Kreis- und Schulumlage seit 2009. Dazu kommt die Differenz in den Ausgaben für die Verwaltungsaufgaben, welche in den letzten Jahren auch nicht unbedingt günstiger geworden sind.
Aus meiner Sicht ist die Finanzierung von Gemeinden und Landkreisen in Thüringen seit vielen Jahren keiner seriösen Prüfung unterzogen wurden. Die Landkreise erhalten für Ihre Aufgaben zu wenig Geld vom Land und gleichen dieses Defizit mit Erhöhungen von Kreis- und Schulumlage aus.

Im Falle der Erhöhung der Kreisumlage ohne einen entsprechenden Ausgleich vom Land könnten wir grundsätzliche Pflichtaufgaben gar nicht oder nur noch ungenügend leisten. Da ich die Risiken und Kosten solcher erzwungenen Einschnitte nicht den Bürgern der Gemeinde Quirla aufbürden kann werde ich dem Gemeinderat vorschlagen müssen, Klage gegen diese Erhöhung einzureichen.

Mit freundlichen Grüßen
Robin Kusch
Bürgermeister

21.02.2017 Gemeinderatssitzung

19:00 / Dorfgemeinschaftshaus

Ende Januar verteilte das Innenministerium ein Rundschreiben, welches die Gemeinden aufforderte, Ihre „Ehewünsche“ bezüglich der Gebietsreform bis zum 28. Februar zu beantragen. Sollte dieser Termin verpasst werden, käme man wahrscheinlich nicht mehr in das erste Reformgesetz zu Ende 2017 und müsste dann bis Ende 2018 warten. Das hätte zur Folge, dass auch die angepriesene Hochzeitsprämie erst im März 2019 ausgezahlt werden würde. Nun denn, einen Vertrag auszuarbeiten, die Gemeinde Quirla aufzulösen um sich einer Landgemeinde Stadtroda anzuschließen… und das alles innerhalb von 30 Tagen wäre ein sehr ambitioniertes und auch nicht demokratisch legitimiertes Vorhaben gewesen. Unsere jüngste Befragung in Quirla und die darauffolgende Einwohnerversammlung ergab nicht unbedingt ein Mandat für den Gemeinderat in eine bestimmte Richtung.

Wir hoffen auf Gäste aus dem Rathaus Stadtroda für unsere Diskussionsrunde zu diesem Thema. Was wäre also wenn? Was passiert mit FFW, KITA, Sportplatz und Waldschlösschen, was wird mit Vorhaben wie Radweg nach Mörsdorf. Woher will Stadtroda, selbst auf Bedarfszuweisungen angewiesen, das Geld nehmen?

 

Auf unserer letzten Gemeinderatssitzung wurde unser Haushalt für 2017 und der Finanzplan für die Folgejahre beschlossen. Um die vielen wichtigen Vorhaben in unserer Gemeinde bewältigen zu können wurde auch eine Kreditaufnahme, natürlich auf solider Basis beschlossen. Diese Basis haben wir alle gemeinsam durch die Erhöhung verschiedener Gebühren und auch durch die umfassende Absenkung der Aufwandsentschädigungen von Gemeinderat und Bürgermeister geschaffen. Nunmehr gibt es Vorbehalte durch die Kommunalaufsicht. Es stehen jedoch Entscheidungen an, welche nicht auf einen Genehmigung des Haushaltes warten können. Wenn wir z.B. die Ausschreibung für den Umbau der KITA starten, würden wir nicht ganz gesetzeskonform handeln, unserem Kindergarten jedoch eine Zukunft geben. Warten wir ab, könnte das das Ende des quirl´schen Kindergartens im August 2017, zumindest jedoch ganz sicher die Kündigung der Betreuung von 12 Kindern aus Quirla bedeuten.

Ein weiteres zu beschließendes Vorhaben ist die Umrüstung unserer Dorfbeleuchtung auf LED – Lämpchen. Der Betrag ist eingeplant, ob es Fördermittel gibt, ist noch nicht ganz klar. Jedoch spart die Gemeinde durch dieses Vorhaben pro Jahr einige Tausend Euro. Und diese Einsparung ist in dem Haushalt 2017 bereits eingerechnet. Auch hier wird der Beschluss haarig.

 

In Bezug auf mögliche Gruppenanlagen, teilzentrale Anlagen oder Ähnliches zur Abwasserversorgung gibt es im Augenblick noch kein Licht am Horizont. Das Thüringer Umweltministerium schiebt den Ball an die ZWA-Holzland weiter, die untere Wasserbehörde auch. Bei der ZWA gibt es jedoch seit vielen Jahren ein beschlossenes Abwasserbeseitigungskonzept (ABK), welches für Quirla nur Kleinkläranlagen vorsieht. Um eine öffentlichen Anlage, vielleicht auch nur auf Teilabschnitten, zu errichten und dafür auch vorhandene Fördermittel beantragen zu können, müsste die ZWA ihr ABK für Quirla ändern. Für Gruppenkläranlagen bis 50 EW könnten auch Fördermittel beantragt werden. Hier gilt jedoch selbiges: wenn auf öffentlichem Raum, dann nur bei Änderung des ABK. Zu alldem kommt erschwerend hinzu, dass eine zentrale Anlage im ersten Augenblick für den Einzelnen teuer werden könnte, als eine Kleinkläranlage. Langfristig sieht das natürlich anders aus. (zur Info:  vom Gemeinderat wurde eine größere Anlage in Quirla wieder zur Diskussion gestellt, weil in 2018 die Landesstraße grundhaft ausgebaut werden soll und möglicherweise wenig später die Kreisstraße. Da dies im Durchschnitt nur alle 60 Jahre passiert, wäre es aus rationaler Sicht frevelhaft, nicht auch gleich eine Schmutzwasseranlage einzubauen, zudem der Einbau im Zuge der Straßenerneuerung sicher günstiger werden würde als üblich. Sieht man solch ein Vorhaben über einen Zeitraum z.B. von 10 Jahren, wäre es durchaus denkbar, einen Großteil von Quirla versorgen zu können.)